Augenwischerei! (Eishockey News)

Besonders umfangreich haben die Eishockey News vergangene Woche nicht über unser Leib- und Magenthema "Auf- und Abstieg" berichtet. Ja, der einzige Artikel war sogar ziemlich versteckt und befand sich im Meinungsstück "Brennpunkt DEL". Dort aber, das muss man lobend erwähnen, hat Eishockey-News-Redakteur Wolfgang Karl die Verlautbarung der DEL, dass am Aufstieg festgehalten werde, als das bezeichnet, was sie ist: Augenwischerei.

Wir erinnern uns: Vor knapp zwei Wochen hatte die Deutsche Presse Agentur (dpa) folgende Meldung in die Redaktionen getickert: "DEL auch in Zukunft für Aufsteiger zugänglich". In den meisten deutschen Redaktionen ist es leider so üblich, dass solche Agenturmeldungen ohne vertiefende Recherche ins Blatt genommen werden (vgl. z.B. folgenden verlinkten Artikel in der Schwäbischen Zeitung). Wie die zitierte dpa-Meldung jedoch tatsächlich zu interpretieren ist, war am selben Tag noch auf Pro-Aufstieg zu lesen und eine Woche später erfreulicherweise auch in den Eishockey News. Wir zitieren das Blatt aus Straubing: "Nach dem unnötigen und völlig deplatzierten Vorstoß der DEL-Gesellschafter vom Frühsommer einigten sich die Clubs letzte Woche auf eine andere Sprachregelung … die DEL sei auch in Zukunft für Aufsteiger zugänglich." Genau dies wurde inhaltlich von der dpa transpotiert. So weit, so schlecht. Die Eishockey News jedoch haben nachgehakt:

"Mit Recht spricht man in Fankreisen von Augenwischerei. Den sportlichen Aufsteiger im herkömmlichen Sinne wird es nämlich nicht mehr geben, nur noch einen wirtschaftlichen. Voraussetzung für den Sprung aus der 2.Bundesliga soll neben der sportlichen Qualifikation auch eine geeignete Infrastruktur sein. Dazu gehören eine DEL-taugliche Halle sowie dementsprechende Sponsoren. Im Klartext: Nur wenn der Meister den Herren aus der DEL zur Nase steht, wird er auch im Oberhaus spielen dürfen."

Ungeklärt ist nach Informationen der Eishockey News auch die Frage, ob nicht doch wieder potente Quereinsteiger dem sportlichen Aufsteiger vorgezogen werden könnte. Wie auch immer: Gernots Gesichtskontrolle dürfte für Zweitligaklubs wie Straubing, Bietigheim oder Wolfsburg, denen die sportliche Qualifikation zuzutrauen ist, künftig ziemlich unerfreulich werden - es sei denn, man hat auf die Schnelle eine schnuckelige Arena und einige Milliönchen zu bieten.