Zuschauerdürre in Düsseldorf: DEL-Reformitis sorgt für Ärger

Was ist bloß in Düsseldorf los? Nur schlappe 7000 Zuchauer wollten am vergangenen Donnerstag das Traditions-Derby zwischen der DEG und den Kölner Haien an der Brehmstraße verfolgen. Dieser dramatische Einbruch sorgt nun auch ligenintern für Ärger und veranlasst DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp, die DEL-Reformitis recht kritisch zu hinterfragen.

"Für mich ist das eine schwierige Frage", wird Schmellenkamp heute in der Rheinischen Post zitiert. "Es kann aber schon sein, dass viele Zuschauer ihren Unmut über die Entwicklungen mit dem Verzicht auf den Gang ins Stadion zum Ausdruck bringen." Besagte Entwicklungen, die Schmellenkamp anspricht, sind bekanntlich folgende:

- Abschaffung des Auf- und Abstiegs
- Modifikation des Playoff-Modus' in der DEL

Pro-Aufstiegs Meinung dazu: Deutschlands Eishockey-Fans haben die Nase voll vom jährlichen Modus-Gemauschle. Schmellenkamp sieht das ähnlich: "Die Fans wollen Klarheit und Stabilität. Die haben sie zweifelsohne durch einige Entscheidungen für die Zukunft nicht hinbekommen." Auch die geplante Abschaffung von Auf- und Abstieg findet in Düsseldorf wenig Freunde. Nochmal Schmellenkamp: "Ich bin auch nicht glücklich über diese Regeländerung. Aber die Mehrheit in der DEL-Gesellschafterversammlung hat sich anders entschieden."

Pro-Aufstieg besorgt: Uiuiui - das riecht nach Ärger! Vielleicht sollten die DEL-Gesellschafter doch nochmal bedenken, dass die Zuschauerzahlen beim Eishockey, die die Hallenbetreiber in den Excel-Kalkulationen ihrer Business-Pläne zugrunde legen, eben doch im Wesentlichen von einem einzigen Faktor abhängen: Von der Attraktivität und Glaubwürdigkeit des Produkts - dem Sport!

- Fan-Reaktionen aus dem Haie-Forum zur Modus-Änderung
- Zuschauerdürre auch in der KölnArena: Ursachenforschung im Haie-Forum
- Diskussion im DEG-Forum über den Zuschauerschwund in der DEL
- Diskussions-Thread aus Düsseldorf zur Derby-Dürre

Zum Thema Planungssicherheit für Hallen-Investoren hat Pro-Aufstieg übrigens im Netz eine interessante Information gefunden, die Einblicke gibt, welch hohe Betriebskosten eine Multifunktionsarena mit sich bringt. Die Kölner Haie etwa schreiben in der KölnArena nur dann schwarze Zahlen, wenn 10.000 Besucher ein Spiel verfolgen. Das ist schon eine ganze Menge, und diese Zahl erklärt, unter welchem enormen ökonomischen Druck sowohl die Klubs als auch die Betreiber von Multifunktionsarenen stehen (siehe auch den Beitrag auf Pro-Aufstieg zur Profitabilität von Arenen). Gefunden haben wir diese schon im Januar 2003 veröffentlichte Information auf der Seite Arena-Dresden . Dort wird DEL-Chef Tripcke auch mit folgenden Worten zitiert: "Eine neue Halle ist kein Allheilmittel. In einer modernen Arena fallen weitaus höhere Kosten an als in einer städtisch betriebenen Eissporthalle."