Wer nicht fragt bleibt dumm

Liebe Medienvertreter.

Heute ist Freitag. Freitag, einen Tag vor Heiligabend. Und heute ist Pressekonferenz in Köln. Pressekonferenz zur Bekanntgabe des neuen Kooperationsvertrages zwischen DEL, DEB und ESBG.

Da im besinnlichen Ambiente der Kölnarena von den Journalisten des Landes - bis auf zu wenige Ausnahmen wie auch in der Vergangenheit - keine kritischen Fragen zu erahnen sein werden (wer hat euch eigentlich gesagt, dass man die Recherche abgeschafft hat?) möchte Pro-Aufstieg helfen.

Anbei Fragen, die es zu fragen lohnen würde, die aber mit Sicherheit niemals gefragt werden:

 

Die PK-Fragen-Topp 10:

1. Lieber Herr Esken, lieber Herr Brück, mit ihnen beiden sind zwei Mitstreiter (Brück) bzw. Anhänger (Esken) der Iserlohn Roosters in Führungspositionen des DEB (der Dritte, Greg Poss, ist ja mittlerweile weg). Freut es Sie persönlich, dass IHR Club nun nicht mehr absteigen können wird? Wie oft verschreiben Sie sich eigentlich, wenn es um die DEL… äh…. den DEB… oder war es nun doch die DEL geht?

2. Lieber Gernot Tripcke, was macht Ihnen momentan am meisten Angst? Dass premiere. betriebsbedingt den TV-Vertrag vielleicht nicht erfüllen können wird? Dass Wolfsburg oder Bietigheim Zweitligameister wird und Sie erneut mit Ihren antipathischen Aussagen gegen diese Clubs konfrontiert werden? Dass Sie die deutsche Sporttradition im Eishockey, zu der, wie sie es selbst sagten, der Auf- und Abstieg unmittelbar gehört, gerade zerstört haben? Oder dass einige Arenen angesichts der miesen Zuschauerzahlen finanzielle Probleme bekommen könnten? Vielleicht aber in der Vorweihnachtszeit einfach nur Ihr Gewissen?

3. Lieber Bodo Lauterjung, Sie sind ja mit Verlaub ein alter Hase im Geschäft, waren jahrelang beim ERC Ingolstadt und sind erfahren in der Kommunikation (Telefon, Handy, Fax, Brief, eMail, verbal u.s.w.). Wie kam es zu Ihrem Sinneswandel, nachdem Sie noch vor Wochen die DEL scharf für ihr Vorgehen kritisierten und in einem Zeitungsinterview sogar über eine „wilde Liga“ diskutierten? Oder war das nur ein Kommunikationsdefekt?

4. Liebe Eishockeyfunktionäre, wie kam es zu der überaus professionell anmutenden Tatsache, dass das Streitobjekt, sprich der Kooperationsvertrag selbst, im Internet auftauchte und nun vermutlich auf unzähligen Rechnern von Privatleuten abgespeichert sein wird? Hat jemand von Ihnen in diesem Zusammenhang schon erfolgreich mit Herrn google. telefoniert?

5. Lieber Herr Schröder, würden Sie es im Nachhinein als ein angemessenes Verhalten ihrer zahlenden Kundschaft gegenüber bezeichnen, dass sie deren Protest schlichtweg ignoriert haben? Weshalb behaupteten Sie, keine einzige eMail bekommen zu haben, wo Fans sie aber doch persönlich angeschrieben hatten?

6. Liebe Frau Fend, in der Buchhaltung bzw. Verwaltung der ESBG haben Sie, so hört man, hervorragende Arbeit geleistet. War es für Sie, die sie bislang öffentlich kaum in Erscheinung getreten sind, ein großer Moment, diesen richtungsweisendenVertrag zu unterzeichnen und ein Teil des Eishockeyschicksals zu sein?

7. Lieber Herr Lehmann, Sie sind momentan wahrlich nicht zu beneiden. Konnten Sie sich denn angesichts der unangenehmen Probleme bei den Bietigheim Steelers, deren Verwaltungsrat Sie vorsitzen, überhaupt noch auf die Arbeit rund um den Kooperationsvertrag konzentrieren?

8. Liebe Vertragsunterzeichner, würden Sie uns bitte den Begriff „Lizenzvergütung“ in Zusammenhang mit dem Betrag von 800.000.- € erklären und uns erläutern, wie Sie auf diese Summe gekommen sind bzw. wie dieses Geld verwendet wird?

9. Lieber Gernot Tripcke, ist es in Ihrem Sinne und in dem sportökonomischer Grundsätze, dass kleineren Clubs, die sich sportlich für die DEL qualifizieren, durch die s. g. „Lizenzvergütung“ erhebliche Steine in den Weg zu einer annähernden sportlichen Konkurrenzfähigkeit gelegt werden? Was halten Sie von einem Solidaritätsprinzip?

10. Liebe Anwesende, hat Sie persönlich die Meinung der deutschen Eishockeyfans zu irgendeinem Zeitpunkt auch nur einen Millimeter in Ihrem Handeln beeinflusst?

Mit freundlichen Grüßen

Pro Aufstieg (bald Pro AuSstieg)